Der Verein der FREUNDE der THEOLOGISCHEN KURSE sieht es als seine Aufgabe, die THEOLOGISCHEN KURSE in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Kristina STOECKL studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik und Slawistik in Innsbruck, sowie Internationale Beziehungen und Europastudien in Budapest. Sie promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz mit einer Dissertation über die Russisch-Orthodoxe intellektuelle Tradition in Auseinandersetzung mit der politischen Moderne. Nach der Promotion war sie u.a. als Marie Sklodowska Curie-Fellow in Rom sowie als APART-Fellow der ÖAW in Wien tätig. Am Robert Schuman Center for Advanced Studies (Europäisches Hochschulinstitut, Florenz) und an der Universität Uppsala absolvierte sie Gastdozenturen. Nach einer Soziologieprofessur an der Universität Innsbruck wurde sie 2023 an die Freie Internationale Universität für Soziale Studien (LUISS) in Rom berufen. Sie leitete ferner im Rahmen eines ERC Starting Grants ein Forschungsprojekt zu postsäkularen Konflikten mit Verweis auf die Russisch-Orthodoxe Kirche und westlich-konservative Kreise. Sie forscht weiterhin zur Religionssoziologie und zur sozial-politischen Theorie mit Schwerpunkt Russland und orthodoxes Christentum. Kristina Stoeckl ist Mitglied der Jungen Akademie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Beitrag
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Vortrag | Im Brennpunkt | Videozuspielung
| Detailinformationen |
Repression durch die sowjetischen Machthaber, Kollaboration mit dem Regime, religiöser Widerstand und Emigration – diese Erfahrungen haben in der russisch-orthodoxen Kirche, teils im Land, mehrheitlich aber im Exil, sehr heterogene, und auch moderne, pluralistische Strömungen entstehen lassen. Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine gibt es aber nur noch ein Modell: Die Kirche hat sich in unheiliger Allianz zu einer festen Stütze der russischen Staatsideologie entwickelt. Wladimir Putin und Patriarch Kyrill gehören einer Generation an, die im KGB-Umfeld sozialisiert wurde. In ihrem Staatsverständnis funktioniert ein Staat nicht ohne eine starke Ideologie – früher war das der Marxismus-Leninismus, heute ist es der Konservatismus. Und beide sind der Ansicht, dass Russland zur eigenen Größe einen Feind braucht – nämlich den liberalen, demokratischen Westen. In dieser Übereinstimmung hat die Kirche ihre geistig-ideologische Unabhängigkeit verloren, da der Staat inzwischen dieselben „traditionellen Werte“ vertritt, die der Patriarch predigt. Auf Dialog- und Demokratiefähigkeit der russischen Orthodoxie ist derzeit nicht zu hoffen. |
Kristina STOECKL studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik und Slawistik in Innsbruck, sowie Internationale Beziehungen und Europastudien in Budapest. Sie promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz mit einer Dissertation über die Russisch-Orthodoxe intellektuelle Tradition in Auseinandersetzung mit der politischen Moderne. Nach der Promotion war sie u.a. als Marie Sklodowska Curie-Fellow in Rom sowie als APART-Fellow der ÖAW in Wien tätig. Am Robert Schuman Center for Advanced Studies (Europäisches Hochschulinstitut, Florenz) und an der Universität Uppsala absolvierte sie Gastdozenturen. Nach einer Soziologieprofessur an der Universität Innsbruck wurde sie 2023 an die Freie Internationale Universität für Soziale Studien (LUISS) in Rom berufen. Sie leitete ferner im Rahmen eines ERC Starting Grants ein Forschungsprojekt zu postsäkularen Konflikten mit Verweis auf die Russisch-Orthodoxe Kirche und westlich-konservative Kreise. Sie forscht weiterhin zur Religionssoziologie und zur sozial-politischen Theorie mit Schwerpunkt Russland und orthodoxes Christentum. Kristina Stoeckl ist Mitglied der Jungen Akademie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
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