Freitag 16. November 2018

Erkennen,

was dahinter steckt.

Symposium - 100 Jahre Republik
Muss Europa neu erfunden werden?
Der Beitrag der Religionen
Freitag, 16. November 2018, 18:30 - 21:00 Uhr
Freitag, 16. November 2018, 18.30 - 21.00 Uhr
Drs. Michael Kuhn
Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE)
Mag.a Ulrike Lunacek
Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments a. D.

Begrüßung: Dr. Jörg WOJAHN, Vertreter der Europäischen Kommission in Österreich

Europa, gezeichnet von "Müdigkeit und Alterung", droht "seine Seele zu verlieren und auch jenen humanistischen Geist, den es doch liebt und verteidigt", denn "die großen Ideale, die Europa inspiriert haben, scheinen ihre Anziehungskraft verloren zu haben zugunsten von bürokratischen Verwaltungsapparaten seiner Institutionen." - So die Diagnose von Papst Franziskus vor dem Europarat 2014.
Europa zu erneuern geht auch die Kirchen und Religionsgemeinschaften an. Welche Rollen werden sie einnehmen? Können sie noch ihre gemeinschaftsstiftenden Fähigkeiten wecken oder sind sie nur noch Spaltpilz der Gesellschaft? Ein Prüfstein für Europa und für die Religionen.

Michael Kuhn:
Die gemeinsame Sache Europas
Der Eindruck des "müden und überalterten" Europa ist ernst zu nehmen, sollte aber nicht überstrapaziert werden. Die Erneuerung des geeinten Europa ist weder übereilt noch unbedacht anzugehen. Neben allem Tun wäre auch innezuhalten, um Europa "nach-zu-denken": im Zuhören und Verstehen jener Pluralitäten und Unterschiede, die Verbesserungen manchmal schwierig machen - und daher umso notwendiger, die Brille eigener Vorurteile abzunehmen und zu putzen, um besser sehen zu können, was denn eigentlich "gemeinsame" Sache ist.

Ulrike Lunacek:
Wie "religiös" soll Europa sein?
Die Europäische Union hat Erneuerung nötig - auch mithilfe jener Kräfte in den Religionen, die die Notwendigkeit dieses Friedensprojektes erkennen und sich dafür einsetzen. Doch so positiv das Engagement vieler in den Glaubensgemeinschaften für Solidarität (Entwicklungspolitik, Menschen auf der Flucht) und für die Umwelt ist, gibt es leider auch zahlreiche kirchliche Vertreter und Vertreterinnen, die gegen das gemeinsame Europa agieren, z. B. wenn es um die Rechte von Frauen, von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- oder Intersex-Personen geht, oder wenn gegen den so bezeichneten "Gender-Wahn" polemisiert wird. Ist im Rahmen der nächsten Europa-Wahl 2019 eine "unheilige Allianz" christlicher (v. a. katholischer, orthodoxer und evangelikaler) und muslimischer mit anti-europäischen und nationalistischen Gruppen und Parteien zu befürchten, die meinen, dass Europa in ihrem Sinn neu erfunden werden muss?

Nach ihren Impulsvorträgen kommen Michael KUHN und Ulrike LUNACEK miteinander ins Gespräch. Es moderiert MilSup MMag. Stefan GUGEREL (Institut für Religion und Frieden)

Ort:
1010 Wien, Wipplingerstraße 35, Haus der Europäischen Union
Beitrag:
kein Beitrag
Anmeldung erbeten bis:
09.11.2018 (begrenzte Teilnehmerzahl)
Mitveranstalter:
Haus der Europäischen Union, Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, Katholisches Bildungswerk Wien, Institut für Religion und Frieden öffentlicher Vortrag im Rahmen des Spezialkurses "Monarchie - Republik - EU"
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Michael Kuhn
Drs. Michael Kuhn
Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE)
zur Person

Der gebürtige Wiener Michael KUHN hat Theologie und Kommunikationswissenschaft in Wien, Amsterdam, Utrecht und London studiert. Der verheiratete ständige Diakon leitet seit vielen Jahren das Büro der Österreichischen Bischofskonferenz in Brüssel und ist Referent der Österreichischen Bischofskonferenz für die Europäische Union und die COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft) sowie seit 2009 stv. Generalsekretär der COMECE.

Ulrike Lunacek
Mag.a Ulrike Lunacek
Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments a. D.
zur Person

Die österreichische langjährigen Politikerin Ulrike LUNACEK (Die Grünen) war von 2009 bis 2017 Delegationsleiterin der österreichischen Grünen im Europaparlament und von Juli 2014 bis Oktober 2017 Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. Neben österreichischer und europäischer Außenpolitik (u. a. als Kosovo-Berichterstatterin) engagierte sich Ulrike Lunacek vor allem zu Fragen der Demokratie-Entwicklung (Stichwort 'illiberale Demokratie'), zu Frauenpolitik sowie zu Menschen- und Minderheitenrechten und zu Migration. 2009 erhielt sie das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Literatur: Ulrike Lunacek, Frieden bauen heißt weit bauen. Von Brüssel ins Amselfeld und retour, Klagenfurt 2018.

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