Erkennen,

was dahinter steckt.

Vortrag - 75 Jahre Ende des "Dritten Reiches"
Die Sprache lügt nicht
Viktor Klemperers "Lingua tertii imperii" (1947)
Wednesday, 08. January 2020, 18:30 - 20:30 Uhr
Mittwoch, 08. Januar 2020, 18.30 - 20.30 Uhr
Ass.-Prof. Mag. Dr. Martin Reisigl
Universität Wien » zur Person

1947 hat Viktor Klemperer "LTI. Notizbuch eines Philologen" veröffentlicht, in dem sich der protestantische Intellektuelle jüdischer Abstammung mit der Sprache des Nationalsozialismus auseinandersetzt: Schon der Titel LTI (= Lingua tertii imperii Sprache des Dritten Reiches) spielt auf den totalitären "Insider"-Gebrauch zahlreicher Kürzel (BdM, KdF, DAF etc.) in der NS-Diktion an. Weiters bedient sie sich u. a. der Marginalisierung, Heroisierung, Biologisierung und Hierarchisierung. Aber auch Floskeln wie "In stolzer Freude/Trauer", "Insuffizienz des Herzmuskels" oder "judenrein", "Adressat abgewandert" sowie Metaphern, v. a. aus dem Box-Sport.
2003 wurde LTI unter dem Titel "Die Sprache lügt nicht" für das Fernsehen adaptiert. Das Werk motiviert bis heute zum vertiefenden Studium der kommunikativen Dimension der nationalsozialischen Schreckensherrschaft - und schärft die Wahrnehmung subtiler Anfänge.

Ort:
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Beitrag:
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Ass.-Prof. Mag. Dr. Martin Reisigl
Universität Wien
zur Person

Martin REISIGL ist Assistenzprofessor für Angewandte Sprachwissenschaft am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. Zwischen 2011 und 2017 war er Assistenzprofessor für Soziolinguistik an der Universität Bern. Vertretungsprofessuren und akademische Lehre führten ihn zudem nach Hamburg, Dortmund, Budapest und Stellenbosch (Südafarika). Seine wissenschaftlichen Interessen und Publikationen gelten v. a. der Diskursforschung, Soziolinguistik, Pragmatik, Textlinguistik, Politolinguistik, Ökolinguistik, Argumentationstheorie, Rhetorik und Semiotik.

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