Erkennen,

was dahinter steckt.

Vortrag und Gespräch - Im Brennpunkt
Antrieb der Befreiung oder Bremse der Modernisierung?
Die Rolle der Kirche vor und nach der Wende 1989
Wednesday, 30. October 2019, 18:30 - 20:30 Uhr
Mittwoch, 30. Oktober 2019, 18.30 - 20.30 Uhr
Dr. Erhard Busek
Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) » zur Person
em. Univ.-Prof. DDr. Paul M. Zulehner
Universität Wien » zur Person

Das Jahr 1989 brachte ein Erdbeben mit sich, das den Eisernen Vorhang fallen ließ und den Aufbau eines neuen Europa ermöglichte. Mit dem Fall der Berliner Mauer hat sich die europäische Landschaft verändert, doch die Trennung wurde nicht wirklich überwunden.
Welche Rolle spielte die Kirche davor und danach? Vor 1989 waren die Fronten klar: Ein Papst, "der den Widerstand der Gesellschaft mobilisierte und ihr Vertrauen in die eigene Macht gab" (K. Michalski) und die Kirche als eine Institution, die am Unterschied zwischen Gut und Böse, Wahrheit und Lüge festhielt und die menschliche Würde verteidigte. Nach 1989 ist die Welt komplizierter geworden: War die Kirche fähig, die Errichtung eines modernen, demokratischen Staates - auch im größeren Rahmen der Europäischen Union - zu fördern und zu unterstützen? Und heute, 30 Jahre danach: Welche Sympathien werden von den Kirchenvertretern in den ehemaligen Ostblockländern geteilt? Wie gehen sie mit modernen Herausforderungen wie Pluralität, Menschen auf der Flucht oder rechtspopulistischen Tendenzen um?

Erhard BUSEK
Europa: eine kulturelle Verpflichtung christlicher Verantwortung
Der Fall des Eisernen Vorhangs und die Möglichkeit der Neu-Gestaltung Europas ist wesentlich mit dem Wirken christlicher Gruppen aller Konfessionen verbunden. In vieler Hinsicht waren sie sogar prägend (z. B. Polen), insbesondere durch Johannes Paul II.
Europa ist erneut in Bewegung, und die Nachfrage nach dessen Inhalt und "Werten" steigt. Leider ist die Präsenz der Christen zu diesen Themen nicht in dem Ausmaß gegeben, wie man es sich wünschen würde. Hat die Säkularisierung auch unser Denken erfasst, sodass unser Glaubenszeugnis in Europa keine Gestaltungskraft (mehr) hat? Die Geschichte Europas ist ohne Christentum schwer zu denken, aber gilt das auch für die Zukunft dieses Kontinents? Die vorkonziliare Zeit war vom Zuruf "Weltverantwortung des Christen" geprägt. Wird sie heute noch entsprechend wahrgenommen?

Paul M. ZULEHNER
Europa im Streit um die Freiheit?
Der Weg der kommunistisch beherrschten Länder in demokratische Gesellschaften erschien anfangs leicht. Die Einbindung in die Europäische Union sollte den gesellschaftlichen Umbau begünstigen. Doch nach und nach zeigte sich, dass in manchen Ländern die "liberale Demokratie" zunehmend kritisiert wurde. Inzwischen sind viele Visegradländer gesellschaftspolitisch polarisiert. Vertreter der Kirchen und der Christen finden sich dabei in allen Lagern. Der Ausgang der Entwicklung ist offener denn je.

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Erhard Busek » zur Person
Dr. Erhard Busek
Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM)
zur Person

Erhard BUSEK, österreichischer Politiker, Vizekanzler a.D. und Bundesminister für Wissenschaft und Unterricht a.D., wurde in Jura promoviert und ist Jean Monnet Professor ad personam. Auf dem Gebiet der europäischen Einigung wirkte er als Regierungsbeauftragter der österreichischen Bundesregierung für EU-Erweiterungsfragen. Er ist Vorsitzender des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM), Ehrenpräsident des Europäischen Forum Alpbach und Kuratoriumsmitglied der Initiative A Soul for Europe. Für seine Verdienste als Vordenker und Mitgestalter des europäischen Projekts wurde Erhard Busek vielfach mit Ehrendoktoraten und Auszeichnungen zahlreicher Länder geehrt und erhielt u. a. das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien mit dem Stern. Literatur zum Thema: - E. Busek, Eine Seele für Europa - Aufgaben für einen Kontinent, Wien 2008. - E. Busek gem. mit Emil Brix: Mitteleuropa revisited: Warum Europas Zukunft in Mitteleuropa entschieden wird, Wien 2018.

Paul M. Zulehner » zur Person
em. Univ.-Prof. DDr. Paul M. Zulehner
Universität Wien
zur Person

Paul M. ZULEHNER, promovierter Philosoph und Theologe, war von 1984 bis 2008 Professor für Pastoraltheologie an der Universität Wien. In seinen religionssoziologischen Forschungen widmet er sich der Rolle der Religion im Alltag, den Werten sowie gesellschaftlichen und strukturellen Veränderungen in der Kirche. Paul Zulehner war langjähriger Berater der Konferenz der Europäischen Bischofskonferenzen und ist Mitglied führender Forschungseinrichtungen. Mehrfach ausgezeichnet erhielt er zuletzt 2015 die Ehrendoktorwürde der Universität Erfurt. Literatur zu Thema: P. M. Zulehner, Europa beseelen. Das Evangelium und das Ringen um Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit, Ostfildern 2019.

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